cirque_prod.assist_1994 - 2010

QCQ, co-conceptor, prod_assist, pressearbeit, website
Que-Cir-Que 1994 - 1998

Cirque, co-conceptor,prod_assist pressearbeit, website
Cirque 2002 - 2005

Compañia de paso, lektor, co-conceptor, website Un Horizonte Cuadrado 2006 - 2010


Obwohl Zirkus in seinem Selbstverständnis das Etikett, Kunst - Welt zu sein, nie in Anspruch genommen hat, ist Zirkus die einzige Kunstwelt, in der das Unmögliche wirklich ist. Seine Echtheit ist das Scharnier, das Artist und Publikum zusammenführt. Zirkus genügt sich selbst. Mit den Attraktionen eines "Cirque du Soleil" hat das nichts zu tun.
Ein Artist muß mit der Stille des Körpers kommunizieren können. Sein "Wissen, daß die Seele über einen körperlichen Ausgangspunkt verfügt, erlaubt ihm, im umgekehrten Richtungssinn wieder Anschluß an sie zu gewinnen." (Antonin Artaud. In: Das Theater und sein Double. Frankfurt a. M. 1970)
Die Kunst des Artisten beruht somit auf einer unermüdlichen Auseinander-setzung mit der Natur. Anders als deren zivilisatorischer Gebrauch es vermittelt, mißbraucht der Artist diese "natürlichen Anlagen" nicht, er vergewaltigt sie nicht, er geht bewußt damit um. Zirkus stellt die Funktionalität und Konditionierung des menschlichen Selbst in Frage. Sein Impetus kann nicht die Selbstentfremdung sein. Sein „ästhetischer Rätselcharakter“ und die unübersehbare Absurdität seines Tuns positionieren ihn als bewundernswerten Idioten in einer marginalisierten gesellschaftlichen Sphäre. Mit Frack und Fliege behaftet mutiert er allenfalls zur komischen Figur, die seriöse Pose gerinnt zur Posse, die Norm parodiert sich selbst. Die Irrationalität einer jeden artistischen Darbietung illustriert den extra - sozialen Ursprung ihres Erscheinens. Daran können auch gesellschaftliche und ökonomische Verwertungsstrategien nichts ändern. Alle Versuche, den Zirkus zu instrumentalisieren, reduzieren sein Potential auf ein unterhaltsames, sensationelles Spekta-kel.